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<title>Laborierung</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Laborierung</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Unter <b>Laborierung</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic">laborare</span> <span lang="de" style="font-style:normal;font-weight:normal">‚(hier) mit Mühe verfertigen, bearbeiten‘</span>)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wird das Zusammenstellen eines <a href="Sprengk%C3%B6rper" class="mw-redirect" title="Sprengkörper">Sprengkörpers</a> in den gebrauchsfähigen Zustand verstanden. Dabei werden die normalerweise getrennt gelagerten und transportierten Bestandteile im gewünschten Verhältnis zusammengestellt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Militärtechnik"><span id="Milit.C3.A4rtechnik"></span>Militärtechnik</h2></div>
<p>Bei Granaten wird durch das Laborieren die Granathülle aus Metall mit Sprengstoff gefüllt. Bei kleineren Kalibern wird die Sprengstofffüllung mit einer <a href="%C3%9Cbertragungsladung" class="mw-redirect" title="Übertragungsladung">Übertragungsladung</a> versehen und der <a href="Z%C3%BCnder" title="Zünder">Zünder</a> aufgeschraubt, die Granate selbst ist damit schussfertig. Sie wird danach mit der Patronenhülse, in der sich die <a href="Treibladung" title="Treibladung">Treibladung</a> und der Treibladungsanzünder befinden, zu einer verschießbaren Patrone verbunden. Bei Granaten größerer Kaliber wird die Granate erst unmittelbar vor dem Schuss mit dem Zünder versehen. Diese Munition wird getrennt geladen (erst die Granate, dann, auf die erforderliche Schussweite abgestimmt, die Treibladung).
</p><p>Analog werden beim Laborieren die Hüllen von Bomben, Minen etc. mit Sprengstoff gefüllt, für Raketentriebwerke werden die Treibsätze in die Raketenmotoren eingebracht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Munition_für_Handfeuerwaffen"><span id="Munition_f.C3.BCr_Handfeuerwaffen"></span>Munition für Handfeuerwaffen</h2></div>
<p>Bei Munition für Handfeuerwaffen wird mit der Laborierung die Menge und die Art des Pulvers (meist Nitrozellulosepulver) bezeichnet, das z.&nbsp;B. beim <a href="Wiederladen" title="Wiederladen">Wiederladen</a> in die Hülse gefüllt wird. Hierfür gibt es meist vom Hersteller des Pulvers genaue Ladedaten, wie die Laborierung für eine bestimmte Art von Munition (z.&nbsp;B. <a href="9_%C3%97_19_mm" title="9 × 19 mm">9 × 19 mm</a>) sein muss, um einerseits keinen Schaden an der Waffe herbeizuführen und andererseits eine optimale Schussleistung erzielen zu können.
</p><p>Eine Angabe des Geschossgewichtes und -typs gehört zu den zweckdienlichen Angaben, die der Käufer oder Verwender der Patronen erwartet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Delaborierung">Delaborierung</h2></div>


<p>Unter <b>Delaborierung</b> (auch <i>Bombenentschärfung</i>) versteht man den Rückbau einer gefährlichen, <i>scharfen</i> Einheit (Geschoss, Granate, Bombe usw.) in Einzelteile, die für sich genommen wieder ungefährlich sind.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verwendung_des_Wortes">Verwendung des Wortes</h3></div>
<p>Der Ausdruck <i>Delaborierung</i> wird uneinheitlich verwendet. Bei der Polizei sind <i>Delaborierer</i> Fachkräfte, die ausschließlich für <a href="Unkonventionelle_Spreng-_und_Brandvorrichtung" title="Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung">unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV)</a> zuständig sind. Wenn es um Militär-Themen geht, bezieht sich <i>Delaborierung</i> dagegen zumeist auf das Auseinandernehmen von industriell gefertigten Sprengkörpern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Unbekannter_Aufbau">Unbekannter Aufbau</h3></div>
<p>Ein Problem taucht auf, wenn eine Einheit delaboriert werden soll, deren Aufbau nicht bekannt ist. Dieses kommt beispielsweise bei Bomben vor, die von anderen (meistens feindlichen) Personen und Gruppierungen gelegt wurden, sowie bei der Bombenentschärfung von <a href="Fliegerbombe" title="Fliegerbombe">Fliegerbomben</a> des <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkriegs</a> (siehe auch: <a href="Blindg%C3%A4nger" title="Blindgänger">Blindgänger</a>). Das bevorzugte Vorgehen sieht dann so aus: Mit einer Röntgenaufnahme wird der technische Aufbau der Granate ermittelt. Wenn der Aufbau bestimmt wurde, kann festgelegt werden, welches Verfahren zum Öffnen der Granate angewandt werden soll – Auffräsen, Anbohren oder Aufsägen. Nach dem Öffnen der Granate werden der <a href="Sprengstoff" title="Sprengstoff">Sprengstoff</a> und/oder der Kampfstoff sowie der <a href="Z%C3%BCnder" title="Zünder">Zünder</a> entnommen und anschließend separat gelagert (bzw. separat vernichtet).
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Alter_und_Zustand">Alter und Zustand</h3></div>
<p>Weitere Probleme bei der Delaborierung von Weltkriegsmunition sind das Alter und der Zustand der Munition: Zwar ist der Aufbau der Munition prinzipiell bekannt, allerdings sind Zünder und Bombenkörper durch den Aufschlag und/oder die jahrzehntelangen Liegezeiten oft schwer beschädigt oder ihr Zustand ist nicht mehr erkennbar. In diesen Fällen ist eine Delaborierung nicht möglich, die Munition muss an Ort und Stelle vernichtet werden. Dazu werden Sprengladungen verwendet, die die Munition zwar zur Detonation bringen, aber nur mit geringer Intensität („Low order“). Bei größeren Bomben besteht außerdem die Möglichkeit, den Bombenkörper mit <a href="Hohlladung" title="Hohlladung">Hohlladungen</a> so zu öffnen, dass der enthaltene Sprengstoff nur <a href="Deflagration" title="Deflagration">deflagriert</a> („verbrennt“) statt detoniert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Fliegerbomben">Fliegerbomben</h3></div>
<p>Im Falle einer Fliegerbombenentschärfung arbeiten in Deutschland <a href="Kampfmittelr%C3%A4umdienst" title="Kampfmittelräumdienst">Kampfmittelräumdienst</a>, <a href="Feuerwehr" title="Feuerwehr">Feuerwehr</a>, <a href="Technisches_Hilfswerk" title="Technisches Hilfswerk">THW</a> und <a href="Katastrophenschutz" title="Katastrophenschutz">Katastrophenschutz</a> mit der <a href="Polizei" title="Polizei">Polizei</a> zusammen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf bei der <a href="Evakuierung" title="Evakuierung">Evakuierung</a> des Gefahrenbereiches, dem <a href="Brandschutz" title="Brandschutz">Brandschutz</a> und der <a href="Entsorgung" class="mw-redirect" title="Entsorgung">Entsorgung</a> der Bombe zu gewährleisten.
</p><p>In Deutschland war die Beseitigung von Sprengmitteln im Zusammenhang mit der <a href="Flugzeugkollision_%C3%BCber_der_Dippoldiswalder_Heide" title="Flugzeugkollision über der Dippoldiswalder Heide">Flugzeugkollision über der Dippoldiswalder Heide</a> im Jahre 1945 einer der größten Nachkriegsbombenfunde bis dato. Elf 250-kg-Bomben dieses Vorfalls wurden im November 2013 entschärft.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Museale_Präsentation"><span id="Museale_Pr.C3.A4sentation"></span>Museale Präsentation</h3></div>
<p>Bei Objekten, die nach der Delaborierung ausgestellt werden sollen (etwa aufgrund ihres historischen Wertes oder zu Ausbildungszwecken), wird meist bei einer <a href="Restaurierung" title="Restaurierung">Restaurierung</a> versucht, das ursprüngliche Aussehen wiederherzustellen. Hierbei müssen selbstverständlich alle potentiell gefährlichen, sichtbaren Einzelteile durch Attrappen ersetzt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Wiederladen" title="Wiederladen">Wiederladen</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Delaborierungswagen"><i>Delaborierungswagen.</i></a> In: <i><a href="Duden" title="Duden">Duden</a>.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 6.&nbsp;August 2020</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ALaborierung&amp;rft.title=Delaborierungswagen&amp;rft.description=Delaborierungswagen&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.duden.de%2Frechtschreibung%2FDelaborierungswagen">&nbsp;</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl_Ernst_Georges" title="Karl Ernst Georges">Karl Ernst Georges</a>: <cite style="font-style:italic">Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch</cite>. 8., verbesserte und vermehrte Auflage. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1918 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Georges-1913/A/laboro">zeno.org</a> [abgerufen am 6.&nbsp;August 2020]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Laborierung&amp;rft.au=Karl+Ernst+Georges&amp;rft.btitle=Ausf%C3%BChrliches+lateinisch-deutsches+Handw%C3%B6rterbuch&amp;rft.date=1918&amp;rft.edition=8.%2C+verbesserte+und+vermehrte+Auflage&amp;rft.genre=book&amp;rft.place=Hannover&amp;rft.pub=Hahnsche+Buchhandlung" style="display:none">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */


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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20110305155808/http://www.geka-munster.de/Seiten/kampfmittel/delobor-index.html">Trennen des Sprengstoffs vom Kampfstoff (bei GEKA)</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 5. März 2011 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2023-06-09" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Laborierung&amp;oldid=234467791">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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